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Steuerung im Zweiten Weltkrieg (1939-1945)

Kriegsspezifische Eingriffe erfolgten bereits in der Vorkriegsphase: Man versuchte, die Rüstungsentwicklung und Autarkiebestrebungen zu verschleiern. Dazu wurde 1935 die Berichterstattung über die Entwicklung in der Schwerindustrie eingestellt und den Zeitungen sprichwörtlich der Hahn abgedreht: 1937 erfolgte die erste Papiereinsparung von zehn Prozent.

Ein Jahr später entstanden die ersten Propagandakompanien, die im April 1939 zur Abteilung Wehrmachtpropaganda (WPr) zusammengefasst wurden. In dieser Abteilung wurden die Berichte der Pressekompanien gesammelt, militärisch zensiert und an die Pressestellen weitergeleitet. Den höchsten Stellenwert in der militärischen Berichterstattung hatte der tägliche Wehrmachtbericht, der das Kampfgeschehens offiziell zusammenfasst und von Hitler selbst freigegeben wurde. Am 26. August 1939 erfolgte die Einführung der Militärzensur.

Der Propagandaapparat funktionierte aber keineswegs reibungslos. Im Kriegsverlauf kam es zu Differenzen zwischen den zuständigen Stellen, unter anderem zwischen Reichspropagandaminister Joseph Goebbels und Reichspressechef Otto Dietrich. Der Apparat zersplitterte. Dennoch verlor er kaum an Wirksamkeit, da Alternativinformationen fehlten. Die deutsche Presse bekam ihr Material von staatlichen Nachrichtenbüros. Häufig schrieben die Redakteure die Meldungen wörtlich ab. Gründe dafür waren die angespannte Personallage angespannt, die Verzögerungen durch Luftalarme und die Angst vor Strafen. Nur wenige große Zeitungen waren personell in der Lage, gegebene Grauzonen auszunutzen und Opposition zu wagen. Die Medien waren durch die Kriegswirtschaft materiell und personell erheblich eingeschränkt.