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Wiener Kongress über Juli- bis Märzrevolution: Repressionsmaßnahmen (1815-1848)

Mit dem Sieg über Napoleon verschwand die Grundlage für die Pressefreiheit. Daher wurde 1816 unter anderem der "Rheinische Merkur" verboten. Der Deutsche Bund stellte jedoch lediglich eine lockere Klammer dar: Vor allem in süddeutschen Staaten, die große neu gewonnene Gebiete integrieren mussten, genoss die Presse Anfangs große Freiheit. Eine enge Klammer kam mit den Karlsbader Beschlüssen von 1819, die unter anderem die Zensur von Schriften unter 20 Bogen festlegte und die nachträgliche Beschlagnahmung von längeren Schriften ermöglichte.

Die Beschlüsse waren zudem die Reaktion der Regierenden auf die sich entwickelnde liberale Bewegung: Feste und Feiern wurden zu den Umschlagplätzen der öffentlichen Meinung und dienten als Hüllen für neue politische Botschaften, vor allem in Zeiten stärkerer Überwachung, also in Restauration, Vormärz und Reaktion. Eines der berühmtesten Feste ist das Hambacher Fest von 1832, das der Ruhe, die die Karlsbader Reglementierungen geschaffen hatten, ein Ende bereitete. Wiederum ließ aber die Antwort der Regierenden nicht lange auf sich warten. Das Bundesgesetz vom 5. Juli 1832 führte eine Strafe für Vereins-, Presse- und Versammlungstätigkeiten ein.

Die folgenden Jahre waren geprägt von dem Versuch der Regierenden, die Presse zu kontrollieren und einem starken Willen zum Kampf für die Pressefreiheit in der Opposition - insbesondere in Baden. Die Zensur fiel schlussendlich im März 1848: Die Reichsverfassung der Paulskirche, die jedoch nie in Kraft getreten ist, garantierte Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit. Es handelt sich nur um ein kurzes Zwischenspiel.